Nach Nordrhein-Westfalen
Krise, welche Krise? Während in Spanien erbittert demonstriert und in Griechenland gestritten wird, schafft es die Linkspartei in Nordrhein-Westfalen nicht in den Landtag. Und die FDP gibt es auch noch, wer hätte das gedacht.
Piratenparteitag in #neumonster

Die Hype-Partei trifft sich in Neumünster zum Parteitag: Ich beobachte mit Annett Meiritz und Fabian Reinbold, wie die Piratenpartei erwachsen wird. Hier geht es zu den Artikeln, dich ich (mit)geschrieben habe.
“Redezeit” auf NDR Info zur Piratenpartei
Machen die Piraten die Demokratie kaputt? Ich war Gast Dienstagabend in der Radiosendung “Redezeit” auf NDR Info, zusammen mit den Politikwissenschaftlern Christine Landfried aus Hamburg und Gerd Langguth aus Bonn. Ich glaube, es gibt da noch unterschiedliche Vorstellungen, was durch das Internet alles möglich wird. Aber: schöne Diskussion, auch mit zugeschalteten Wählern und Gegnern der Piraten.
Leseliste
Jon Stewart and the Burden of History (Tom Junod, Esquire)
And there it is again, that denial of power upon which his power depends. It’s strange, isn’t it: One of the fastest and most instinctive wits in America feeling it necessary to go on explaining himself again and again; a man who lives to clarify resorting to loophole; the irrepressible truth-teller insisting on something that not one person of the two hundred watching his show in the studio — never mind the millions who will watch on television — can possibly believe.
Sein Text über Angelina Jolie soll das schlechteste Portrait eines Stars aller Zeiten gewesen sein, schreibt “Slate” über Tom Junod. Wie er sich dem Hoffnungsfigur des liberalen Amerika nähert, ist toll. (via Jason Kottke)
Trailer zur HBO-Serie “The Newsroom” (YouTube)
Jon Stewart hält die 24-Stunden-Nachrichtenkanäle für schädlich — der Meister der schnellen Wortgefechte, Aaron Sorkin, macht daraus eine Serie. Sieht ein wenig nach “The West Wing” aus, herzensgute Menschen brennen für ihren Job, auf das die Welt ein Stück weit besser wird. Start soll am 24. Juni sein.
Sometime in the late 20th century a naked man bent over, spread his ass and took a picture. Eventually that picture, known as Goatse, became one of the most venerable memes in internet history. Who is this man, and how did his ass take over the internet?
Mehr Zeit für große Geschichte, für richtigen Journalismus: Das hat Gawker-Gründer Nick Denton Anfang des Jahres angekündigt. Also darf Adrian Chen nun öfter ausführlicher schreiben.
Antisemitismus unter Piraten: Relativ rechts (Harald Staun, FAZ)
Die Grade des Irrsinns sind wechselhaft, oft sind Moews’ Ausführungen zu ermüdend, als dass man bis zu dem Punkt durchhalten könnte, um den es ihm geht (wenn es den gibt); oder sie sind zu kryptisch, als dass man sagen könnte, ob sich dahinter ungeheuerliche Ansichten verbergen oder nur idiosynkratische Theorien.
Fängt gut an, differenziert aus, bleibt am Ende aber merkwürdig unentschlossen.
Portraits of Power (The New Yorker)
An interactive portfolio of portraits by Platon of world leaders, with commentary by the photographer.
Platon hat Staatschefs portraitiert, darunter Mahmud Ahmadinedschad, der grinst, weil seine Entourage im Hintergrund Faxen macht. (via David Bauer)
Was die Piraten mit dem Rederecht im Bundestag zu tun haben
Die Fraktionsspitzen von Union, FDP und SPD wollen offenbar verhindern, dass Abgeordnete im Bundestag ans Rednerpult gelassen werden, die eine andere als die Fraktionsmeinung vertreten. Zumindest soll es dem Parlamentspräsidenten deutlich erschwert werden, jemanden aufzurufen, der nicht von der Fraktion vorher als Redner nominiert wurde.
Auslöser ist ausgerechnet die Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm, vor der Bundestagspräsident Norbert Lammert zwei “Abweichler” aus CDU und FDP zu Wort kommen ließ, um die aufgewühlte Stimmungslage im Land im Parlament widerzuspiegeln. Man könnte das würdevoll nennen, angemessen, überlegt, notwendig — Lammert kassierte dafür Ärger vom Ältestenrat.
Zu glauben, dass ginge an den Wählern einfach so vorbei, wird sich rächen. Es ist doch kein Wunder, dass die Piratenpartei derzeit in Umfragen Höhenflüge erlebt: Sie tritt an, um den Politikprozess zu verändern. Mehr Transparenz, mehr vernünftige Lösungen, weg vom lähmenden Parteienstreit. Das umfassende tolle Programm ist es nicht, auch wenn zumindest einige durchdachte Position entgegen aller Unkenrufe existieren.
Die Fraktionen mögen ihre Gründe für den “Maulkorb” haben. (Vielleicht hat man auch genug davon, dass Abgeordnete der Linkspartei ihr Abstimmverhalten so oft erklären wollen.) Genau so, wie es für die Koalition auch sehr sinnvoll erschien, das Hotelsteuer-Privileg zu beschließen. Und, und, und. Diese Parteienlogik mag sich der Öffentlichkeit gerade noch erschließen, provoziert aber zunehmend eine Abwehrhaltung. Davon profitieren die Piraten.
Wer? Was? Wo? Wie?
Mein Name ist Ole Reißmann. Ich arbeite als Redakteur bei Spiegel Online im Ressort Netzwelt. Auf diesen Seiten finden Sie mein privates Weblog und Links auf Artikel. Interviews (14), Multimedia (9) und Reportagen (31) können Sie extra abrufen.
Coming up
Anonymous! From collective action to political movement auf der re:publica in Berlin, 2. Mai, 16 Uhr
Wer will was von wem wofür? Und warum? Podium zum Urheberrecht auf der SIGINT in Köln, 18. Mai, 15 Uhr
Buch: "We are Anonymous"
Die Geschichte einer neuen Bewegung: Zusammen mit Christian Stöcker und Konrad Lischka habe ich "We are Anonymous" geschrieben. In dem Buch erkunden wir, wie das Web-Kollektiv entstanden ist, was die Namenlosen wollen und wie das mit Katzenbildern zusammenhängt.
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